Menschenwürdige Unterbringung.
So viel Hilfe wie nötig, so viel Selbstständigkeit wie möglich!

Jahresrückblick 2017

rueckblick 2017

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitglieder,
liebe Vereinsfreude,

 

das Jahr 2017 verging wie im Fluge und ist schon fast vorüber, und so möchten wir wie immer kurz vor dem Jahreswechsel ein kleines Resümee ziehen und den Blick auf die Dinge lenken, die uns während dieses Jahres bewegten.

Im Januar öffneten wir anlässlich unseres 20-jährigen Jubiläums die Türen für alle Förderer, Mitglieder und interessierte Besucher, um ihnen die vielfältigen Facetten unserer Arbeit näherzubringen und selbstverständlich auch auf zwei Jahrzehnte voller Höhen und Tiefen anzustoßen. Wir boten unseren Gästen neben musikalischer Live- Unterhaltung von Mitgliedern der Norddeutschen Philharmonie auch Führungen durch alle Räumlichkeiten und Wohnungen. Unsere Mitarbeiter berichteten detailliert über ihre Arbeit und zeigten sich sehr erfreut über das große Interesse und die vielenFragen der Besucher. Besonders gerührt haben uns natürlich auch die generösen Geldspenden an diesem eindrucksvollen Abend.

Unser Betreuungsangebot in der Tagespflege „Daddeldu“ für Suchtkranke wurde durch einen barrierefreien Blumen- und Gemüsegarten erweitert. Die neu errichteten Hochbeete ermöglichen nunmehr auch den Klienten mit eingeschränkter Motorik, gärtnerisch tätig zu werden.

Dem Wunsch vieler Mitarbeiter, umweltbewusst auch in unserem Verein tätig zu werden, konnten wir in diesem Jahr auf besondere Weise entsprechen. Im Sommer bildeten Kollegen aus fast allen Bereichen der Obdachlosenhilfe die Interessens- und Arbeitsgruppe „Prima Klima“. Mit großer Neugier und viel Engagement wurden Schritt für Schritt viele neue Ideen in die Tat umgesetzt. Zwischenzeitlich sind eine stringente Mülltrennung, die hausinterne Wiederverwendung von Verpackungen als auch der Einsatz von ausschließlich ökologischen Produkten selbstverständlich geworden, was letztlich auch zu finanziellen Einsparungen führte. Unsere Arbeitsgruppe wird künftig mit viel Überzeugungskraft und Engagement auch die Wohnungslosen zu einem umweltbewussten Handeln anregen und darüber aufklären, dass die Armut in der Welt auch aufgrund des Klimawandels bedenklich weiter steigt. Wir freuen uns insofern über die stetig steigende Akzeptanz auch bei unseren Bewohnern und sind auf das von einem unserer Klienten entworfene Logo unserer ‚Prima Klima‘-Initiative natürlich besonders stolz.

Auch dieses Jahr war geprägt von recht umfangreichen Sanierungsarbeiten, die wie immer großenteils in Eigenleistungen erbracht wurden. Im Frühling wurde die Küche unseres Vereins-Cafés ‚Albert‘ komplett renoviert und der neue Fassadenanstrich am Gebäude der ‚Obdachlosenhilfe‘ endgültig abgeschlossen.

Unser Spendenaufruf für die dringend notwendigen Sanierungsarbeiten in den Wohneinheiten des Obdachlosenhauses für 16 stark pflegebedürftige Wohnungslose ergab eine stolze Summe von 46.000 Euro. Die unerwartet hohe Spendenbereitschaft für diesen Zweck hat uns außerordentlich beeindruckt und uns gleichzeitig in die Lage versetzt, dieses herausfordernde und umfangreiche Bauvorhaben kurzfristig umzusetzen. Eine dieser Wohneinheiten, inclusive des Pflegebades und barrierefreier Küche, konnte bereits fertig gestellt werden. Die Arbeiten in der zweiten Wohneinheit werden Mitte Januar 2018 abgeschlossen sein.

Wir sind wie immer auch stolz auf einige unserer Klienten, die ihren persönlichen Weg zurück in Arbeitsverhältnisse und Wohnraum geschafft haben. Auch in diesem Jahr konnten wir 3 ehemalige Bewohner bzw. Klienten nach erfolgreichem Abschluss ihrer temporären Beschäftigungsmaßnahmen dauerhaft bei uns anstellen. Leider sind die Defizite unserer Klienten relativ vielseitig und nicht jeder Obdachlose kann auf derartige Erfolge zurückblicken. Um den vielen einsamen Menschen in unserem Haus die anstehende Weihnachtszeit zu verschönern, werden unsererseits wie in jedem Jahr adventliche Veranstaltungen und diverse Geschenke organisiert.

Wir möchten uns bei Ihnen allen wiederholt und aufrichtig für die enorme moralische und finanzielle Hilfe, für Ihr Engagement sowie Ihr anhaltendes Interesse an unserer Arbeit bedanken und hoffen auch im kommenden Jahr auf Ihre Unterstützung. Ihnen und Ihrer Familie wünschen wir ein beschauliches Weihnachten und erholsame Festtage sowie ein glückliches und gesundes Jahr 2018.

 

herzlichst

Obdachlosenhilfe Rostock e.V.

 

Statistik Betreutes Wohnen

19  in Wohnraum
  9  Therapie
  9  Einrichtungswechsel (z.B. Pflegeheim)
  3  verstorben
  4  JVA
15  unbek. verzogen

 

5 Jahre kleine Freiheit

Am 15. Juni 2017 feierte die „kleine Freiheit“ ihren 5-jährigen Geburtstag. Eingeladen waren alle Bewohner, Betreuer, Nachbarn und Vertragspartner. Die Gäste fanden, umgeben von blühenden Grünanlagen, liebevoll festlich geschmückte und eingedeckte Tische vor. Die Leitung des Hauses eröffnete gemeinsam mit den Bewohnern das Fest mit kleinen Feuerfontänen. Das Personal verwöhnte alle Gäste und Bewohner mit leckeren Haupt- und Süßspeisen. Vielen Dank an die Küche der „kleinen Freiheit“.

Musikalisch wurde die Feier von Mitgliedern der Band „Heart of Stones“ begleitet, die mit bekannten Rockhits die Stimmung anheizten.

5 Jahre „kleinen Freiheit“ war natürlich ein Grund zum Feiern, aber trotzdem kam es bei Sonnenuntergang, mit dem wunderbaren Ausblick auf die angrenzenden Feldern und Wiesen, zu tiefgreifenden Gesprächen, die teils auch besinnlich und nachdenklich waren.

An die freundliche und fürsorgliche Gastfreundschaft und für die Unterstützung, die unsere Partner uns gewähren, nochmals vielen Dank.

  • 5 Jahre kleine Freiheit Feier
  • 5 Jahre kleine Freiheit Feier
  • 5 Jahre kleine Freiheit Feier

Sanierung unserer Pflegewohnungen – wir haben angefangen…..

In unserem Obdachlosenhaus befinden sich 2 Pflegewohnungen mit Plätzen für insgesamt 16 Personen. Beide Wohneinheiten im Erdgeschoss befinden sich in einem teilweise stark sanierungsbedürftigen Zustand. Insbesondere durch suchtkranke Pflegebedürftige können eine schnellere und stärkere Abnutzung sowie Schäden an Einrichtungen und Gebäudeteilen verursacht werden.

An die Ausgestaltung der Plätze für unserer pflegebedürftigen Personen werden besondere Anforderungen gestellt.

Die Realisierung bzw. Umsetzung dieser Erfordernisse kann mit den regulären Mieteinnahmen nicht erfolgen. Deshalb hat die Obdachlosenhilfe einen Spendenaufruf gestartet. Fast 25.000 Euro erhielten wir bisher und konnten mit den Sanierungsarbeiten beginnen. Die Umgestaltung des ersten Pflegebades einer Wohneinheit mit einer Ausgabe von 14.506,00 Euro, wie die nachstehenden Fotos zeigen, ist erfolgt. Jetzt werden die Sanierung der übrigen Räume und die Sanierung der zweiten Pflegewohnung geplant. Um unsere Vorhaben vollenden zu können, benötigen wir noch weitere Spenden.

  • vor sanierung 1
  • vor sanierung 2
  • vor sanierung 3
  • sanierung 1
  • sanierung 2
  • nach der Sanierung 1
  • nach der Sanierung 2
  • Vor den Sanierungsarbeiten
  • Vor den Sanierungsarbeiten
  • Vor den Sanierungsarbeiten
  • Sanierungsarbeiten
  • Sanierungsarbeiten
  • Neues Bad
  • Neues Bad

20-jähriges Jubiläum Obdachlosenhaus

Es wurde 20 Jahre alt ...

Obwohl es normalerweise nie wirklich beschaulich zugeht in der Albert-Schweitzer- Strasse in Toitenwinkel, derartig viel Trubel sieht Rostocks Obdachlosenhaus auch nicht alle Tage. Ungewohnte, klassische Klänge dringen aus den Räumen der Tagespflege im Erdgeschoss, neugierige Besuchergruppen erkunden im Rahmen von Führungen das weitläufige Gelände und einige Bewohner des Heimes empfehlen sich im hauseigenen Café als Servicekräfte für die zahlreichen Gäste …

Klaviermusik

Das Obdachlosenhaus feiert Geburtstag an diesem 12.01.2017 und es gibt viele Gründe, ordentlich zu feiern. Vor über 20 Jahren wurde der Verein von einigen Enthusiasten gegründet und bezog bald darauf, kurz vor Weihnachten 1996, die in Toitenwinkel leerstehende ehemalige KiTa. Gegen verschiedenste Widerstände und Hürden und trotz mangelnder Akzeptanz seitens der Behörden und ‚konkurrierender‘ sozialer Träger wurden auf dem brachen Gelände diverse Konzepte für die Zukunft entwickelt und über die Jahre geduldig umgesetzt.

Es ist bei einem der geführten Rundgänge durch das große, über 100 Bewohnern Platz bietende Haus mit seinen zugehörigen Einrichtungen wie der Werkstatt oder den ‚Oldie- Häusern‘ kaum noch nachvollziehbar, wie es damals vor Ort aussah. Langsam aber stetig entwickelte sich hier eine kleine Welt mit vielfältigen Strukturen, oft rustikalen Bewohnern und festen, nicht verhandelbaren Regeln. ‚Hilfe zur Selbsthilfe‘ ist der Leitsatz dieser Einrichtung, beginnend bei der Straßensozialarbeit an den Brennpunkten der Hansestadt und im idealen Falle endend mit dem erneuten Einzug in eigenen Wohn- raum. Der Weg zurück in ein normales Leben ist für alle schwierig und für manche unmöglich und so steckt dieses Gebäude voller Geschichten, die einem in jedem Winkel begegnen und die in 20 Jahren durchlebten Höhen und Tiefen vor Augen führen.

Geschichten von dramatischen Biographien, von hoffnungslosesten Situationen und aus den Fugen geratenen Leben. Geschichten von klammen Kassen und immerwährendem Kampf um Finanzierungen und Spenden. Geschichten von Verlust und Trauer - weit über 50 Bewohner sind über die Jahre in der Einrichtung verstorben und auch lang- jährige liebgewonnene Kollegen sowie prominente Unterstützer wie der Rostocker Künstler Jo Jastram hat der Verein leider verloren.

 Geigen

Dennoch überwiegen die anderen Geschichten, die von über 1.250 Ein- und Auszügen im Haus, die über ständig steigende Akzeptanz im Wohngebiet, von vielen neuen und erfolgreichen Seitenprojekten (eigener Pflegedienst, eigenes Pflegeheim für Sucht- und Demenzkranke, Tagespflege), von fast 450 Klienten, die den Weg zurück in eine eigene Wohnung geschafft haben und den fast 70 Mitarbeitern, die Ihnen dabei halfen. Einige sind bereits von Anfang an dabei und feiern jetzt ihr ganz eigenes 20-jähriges Jubiläum. Ganz besonders stolz sind alle Beteiligten auf die ca. 10 Kollegen, die sich vom ehe- maligen Wohnungslosen zum engagierten Mitstreiter entwickelt haben und den Verein seit Jahren tatkräftig unterstützen. Und so begegnet man immer wieder auch der Geschichte von ‚Billy‘, dem Streetworker, der als schwerkranker, vom Alkohol fast zerstörter Klient in Toitenwinkel ankam und später seine Erfahrungen vom Leben auf der Straße mit unerschütterlichem Optimismus in den Straßensozialdienst einbrachte.

Es zeugt von der oft traurigen Ambivalenz der Thematik, dass ‚Billy‘ seinen Kampf gegen den Krebs kurz vor seinem 10-jährigen Dienstjubiläum verlor und die fröhliche Feier jetzt nur von einem der vielen Bilder in den Räumen beobachten kann. Als zum späteren Abend ein kleines Feuerwerk den Himmel über dem Haus erhellt sind sich alle Beteiligten einig - er schaut bestimmt zu und er ist bestimmt mächtig stolz …

Ralf Nadler

Jahresrückblick 2016

Karte Jahresrückblick 2016

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Förderer und Freunde,


wie in jedem Jahr um diese Zeit möchten wir natürlich auch das ausklingende Jahr 2016 noch einmal kurz an uns vorüber ziehen lassen und es gleichzeitig mit einem Rückblick würdigen und bilanzieren ...

Nach wie vor gilt es zuerst unseren großen Dank an alle Förderer, Spender und Unterstützer der Obdachlosenhilfe Rostock auszusprechen und zu erneuern. Ihre wie immer großzügige Unterstützung, die Anteilnahme an unserer Arbeit und das uns entgegengebrachte Vertrauen verdeutlichen die Wertschätzung für die Leistungen des Vereins und sind uns Hilfe und Motivation zugleich.

Auch 2016 wurden Bereiche innerhalb des Obdachlosenhauses einer Sanierung bzw. Neugestaltung unterzogen, dabei wurde ein Großteil der Arbeiten in Eigenleistungen durch unsere Bewohner (unter entsprechender fachlicher Anleitung) erbracht. Diese gemeinsamen Arbeitsprojekte verschönerten die Außenbereiche der beiden Möbelbörsen, einige Hausflure und Büroräume unserer Einrichtung und ließen das "Cafe Albert" mit einem komplett erneuerten Gastraum aufwarten.

Unser Pflegeheim in Sievershagen organisierte anlässlich seines 4-jährigen Bestehens einen‚ Tag der offenen Tür‘ mit einer Vielzahl von kulturellen und informativen Programmpunkten. Aus Anlass dieses großen Tages wurden auch hier diverse Räume (u.a. der Therapieraum) gesamthaft neu gestaltet und saniert, während die Grünanlagen durch tatkräftige ehrenamtliche Unterstützung und zahlreiche gespendete Pflanzen den einzigartigen Charakter unserer Pflegeeinrichtung unterstreichen.

Die Vermittlung von obdachlosen Klienten in eigenen Wohnraum sehen wir weiterhin als eine unserer wesentlichen Aufgaben an. Trotz einiger trauriger Todesfälle innerhalb des Hauses und vereinzelter Inhaftierungen sowie zwischenzeitlich stark veränderter Rahmenbedingungen für unsere Arbeit konnten wir bis dato fast 30 Personen wieder in eine eigene Wohnung vermitteln.

Die innerhalb unseres Heimes zum Ende des letzten Jahres eröffnete Tagespflege „Daddeldu“ mit Betreuungsangeboten für suchtkranke Pflegebedürftige wurde bereits zum 01.05.2016 durch fortführende Sanierungsarbeiten erweitert und stellt seitdem 23 Plätze für eine fachgerechte Betreuung zur Verfügung. Die enorme Akzeptanz dieses seit über einem Jahr bestehenden Angebotes durch die betreuten Patienten bestärkt uns weiter in unserem Engagement und bestätigt die Investitionen des vergangenen Jahres.

Für das Jahr 2017 haben wir uns erneut ein etwas größeres Projekt vorgenommen -  
die notwendige Sanierung der beiden Pflegewohnungen im Obdachlosenheim.

Für den Personenkreis der „pflegebedürftigen Suchtkranken“ stehen in unserer Einrichtung zwei Wohneinheiten im Erdgeschoss zur Verfügung, beide Wohneinheiten sind teilweise in einem stark sanierungsbedürftigen Zustand. Für diese Plätze sind weiterhin (im Gegensatz zu den übrigen Unterkunftsplätzen) besondere und zusätzliche Merkmale bei der Gestaltung und Ausstattung erforderlich, wie z.B. Notrufanlagen in Bädern oder entsprechend behindertengerechte Küchen.

Die Aufrechterhaltung dieser speziellen Auflagen und Erfordernisse kann leider durch die reguläre Miete für diese Wohneinheiten nicht abgedeckt werden. Da nach vorliegenden Kostenschätzungen von Fachfirmen die Aufwendungen für eine fachgerechte Sanierung auf ca. 30.000 Euro geschätzt werden würden wir uns über eine entsprechende Spende mit dem Verwendungszweck „Pflegewohnen“ außerordentlich freuen.

Gleichzeitig sind wir erneut froh und dankbar, dass das Resümee des fast abgelaufenen Jahres 2016 erneut derart positiv ausfällt und es uns auch in diesem Jahr wieder ermöglicht wurde, unseren Bewohnern und Patienten mit gemütlichen Feierstunden und kleinen Geschenken die derzeitige Advents- und Weihnachtszeit möglichst angenehm und zumindest ansatzweise familiär zu gestalten.

Wir möchten Ihnen auf diesem Wege abermals für Ihr anhaltendes Interesse an unserem Engagement sowie Ihre mannigfaltige und großzügige Unterstützung danken, wünschen Ihnen und Ihren Familien ein besinnliches Weihnachten mit vielen schönen, erholsamen Stunden und natürlich ein fröhliches Fest zum Jahreswechsel.


Mit vielen lieben Grüßen